Besser streiten

Wie läuft Mediation ab?

"Als der Koch die Küche betrat, fand er zwei seiner Hilfskräfte in heftigem Streit. Was war geschehen? Beide erzählten, dass sie ganz dringend die letzte noch vorhandene Apfelsine für ihre Arbeit gebraucht hätten. Da keiner von beiden nachgegeben hatte, war die Apfelsine schließlich im Streit in den Müll geworfen worden. Der Koch fragte nach, wozu die beiden denn jeweils die Apfelsine verwenden wollten. Folgendes stellte sich heraus: Der eine brauchte den Abrieb der Schale für ein Backrezept, der andere wollte das Fruchtfleisch für einen Obstsalat."

Es liegt auf der Hand, dass es zu keinen Streit gekommen wäre, wenn sich die Parteien darüber verständigt hätten, was ihre tatsächlichen Interessen waren, statt auf ihrer jeweiligen Forderung, ihrer jeweiligen Position zu beharren. Genau das vermag Mediation!  Sie deckt auf, was die Interessen der Parteien sind. Und das geschieht in einem klar strukturierten Verfahren:

  1. Vereinbarung von Verhaltensregeln mit den Medianden (Parteien)
  2. Sammlung der Positionen der Medianden und geordnete Darstellung
  3. Erhellung der Hintergründe, d.h. der Interessen hinter den Positionen
  4. Erarbeitung von Lösungsoptionen, die die Interessen der Medianden verwirklichen
  5. Einigung auf diejenigen Lösungsoptionen, die aus Sicht der Medianden den bestmöglichen Interessensausgleich herbeiführen

Der Mediator bestimmt in der Mediation den Verfahrensablauf. Er achtet darauf, dass die vereinbarten Verhaltensregeln eingehalten werden und alle Medianten den gleichen Raum für die Darstellung ihrer Positionen und die Herausarbeitung der Interessen erhalten. Er bezieht keine Stellung, bleibt allparteilich. Für die Inhalte sind allein die Medianden verantwortlich. Sie erarbeiten die Lösungen. Bei der abschließenden schriftlichen Fixierung der Einigung ist der Mediator wiederum behilflich und achtet auf adäquate Erfassung. Die Medianden setzen die Vereinbarung um; der Mediator steht für eine spätere Reflexion, falls erforderlich, zur Verfügung.

In der Regel werden die Bausteine in zwei bis drei Sitzungen erarbeitet; je nach Fallkonstellation sind jedoch kürzere oder auch längere Prozesse notwendig. Darüber kann zumeist schon im Vorfeld der Mediation eine Einschätzung gewonnen werden. Auch über die Höhe der Kosten, sowie über die Verteilung der Kostenlast wird zu Beginn der Mediation eine Einigung hergestellt.

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